Weg zur Arbeit

Häuschen im Grünen langer Arbeitsweg

Ihr Lieben,

die Ferien sind vorbei und weiter geht’s im Alltag einer Familie mit Schulkindern und arbeitenden Eltern. Glücklicher Weise habe ich keinen weiten Weg ins Büro, also muss ich morgens nicht lange im Stau stehen. Aber wisst Ihr was, manchmal fände ich das gar nicht so schlecht.

Jetzt sagen viele von Euch bestimmt, die spinnt, richtig? Kurzer Weg in die Arbeit ist doch super! Aber ich antworte Euch: eindeutiges Jein!

Der Ja Anteil

Da ich in Vollzeit berufstätig bin, möchte ich nicht so viel Zeit im Auto verbringen, wie manch einer, der einen weiten Weg ins Büro hat. Ich verbringe die Zeit lieber mit den Kindern (und was sonst halt leider noch so zu erledigen ist), statt Stop and Go zu fahren. Apropos Stop and Go, man hat übrigens herausgefunden, dass Pendler, die lieber im Grünen wohnen und in der Stadt arbeiten, keine glücklicheren Menschen sind. Sie sitzen zu viel im Auto! Die vermeintliche Idylle des Lebens auf dem Lande bewahrheitet sich (in der Regel) nicht. Da man (meistens) nur mit einer Berufstätigkeit das Häuschen im Grünen finanzieren kann und die meisten Jobs in der Stadt sind, wohnen viele Eltern am Stadtrand, oder eben etwas weiter. So quälen sich allmorgendlich immer längere Autoschlangen aus den Vororten in die Stadt. Laut einer Studie, die mir mal im Büro in die Hände gefallen ist, sind die Erwartungen (und finanziellen Aufwände) für ein Eigenheim im Grünen und die Realität zu weit auseinander. Da ist Unmut vorprogrammiert.

Da ich einen kurzen Weg habe, kann ich in Notfällen (leider sogar schon öfter passiert) sehr schnell bei den Kindern sein. Das ist ein weiterer Vorteil. Dass ich die Umwelt schone, kommt noch positiv hinzu. Würde ich jedoch mehr Rad fahren, wäre diese Bilanz natürlich noch besser 🙈. Aber dann wäre ich im Notfall wiederum nicht so schnell. Naja.

Der Nein Anteil

Aber nun zum Teil, warum ich nicht so gerne ganz so nah bei der Arbeit wohne. Zunächst habe ich nicht ausreichend Zeit, zwischen Büro und Kindern abzuschalten. Ich habe nur gute 5 Minuten Zeit, die Arbeit gedanklich hinter mir zu lassen und mich auf die Kinder einzustimmen. Da ich die Zeit mit ihnen dann genieße und das meist mit gemeinsamen Unternehmungen und vielen Mamataxi Fahrten verbunden ist, fehlt schlichtweg die Zeit, runter zu kommen! Auch wenn ich in den 5 Minuten Klassik höre und versuche so gut wie möglich alles an mir herunterfallen zu lassen. Ich habe auf dem kurzen Weg schlichtweg keine Zeit für guten Stressabbau. Aus der Not habe ich eine Tugend gemacht und binde die Kids in Achtsamkeit und co. ein oder schalte das Gedankenkarussell beim Spielen ab. Aber etwas mehr Zeit wirklich NUR für mich, sagen wir 20 Minuten wären schon ganz schön. Ich könnte z.B. in der U-Bahn mal die Augen schließen, ein Buch lesen, oder einfach nichts Tun.

Aber ja, Ihr habt Recht, das ist Jammern auf sehr hohem Niveau, wenn ich mir vorstelle, ich würde 1,5 Stunden in der Bahn sitzen müssen und im Winter nicht wissen, ob sie pünktlich fährt.

Ein weiterer Aspekt gehört auch noch zum Nein: wenn ich privat unterwegs bin, fahre ich sehr häufig direkt an der Arbeit vorbei und von zuhause kann ich den Gebäudekomplex sehen. Da gehört ein gutes „Beisichsein“ dazu, dann gedanklich nicht immer wieder dorthin zu wandern, sondern Zuhause! Inzwischen gelingt mir das auch schon sehr gut. Fast könnte ich es als Meditationsübung sehen.

Und Ihr?

Wie ist das bei Euch mit der Fahrtzeit versus Wohnen?

Gern würde ich Euch folgenden Tipp mitgeben wollen. Egal, ob Eurer Weg nun gefühlt zu lang oder zu kurz ist. Mit diesem Beitrag möchte ich Euch animieren, die positiven Seiten zu unterstreichen und Euch mit den negativen weniger zu beschäftigen. Also unserem Gehirn ein Schnäppchen schlagen und statt zu ärgern, sich zu freuen, im Auto laut Musik zu hören, oder eine Achtsamkeitsübung zu machen, obwohl man im Stau steht.

MACHT DAS BESTE DARAUS!

Habt ein schönes Wochenende,

Eure Giulia

 

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