Geschwister

Geschwister

Ihr wisst ja, ich habe 2 Jungs. Auf den Tag genau 25 Monate auseinander. Geschwister des gleichen Geschlechts und mit nicht so großem Abstand, da kommt es schon immer wieder zu Streitereien zwischen den Beiden. Der eine will häufig das Gegenteil vom anderen oder es wird überprüft, ob keiner mehr hat, als der andere. Es wird immer verglichen. Die Milch im Becher, das Kuchenstück, die Gummibärchen und so weiter. Mich nervt das häufig und habe als Einzelkind keinen Bezug zu solchen Geschwisterthemen. Aber ich sehe im Freundeskreis und auch in der Generation der Eltern und sogar Großeltern, dass das Thema manchmal ein Leben lang anhält. Mit allen Facetten.

Wenn es mal zu gröberen Auseinandersetzungen der Geschwister kommt, ist mein Mutterherz oft in heller Aufruhr. Viele sagen mir, das ist normal, denk Dir nichts. Aber ich spüre dann die Löwenmama in mir, die sowohl das eine, als auch das andere Löwenjunge beschützen möchte. Das ist nicht immer einfach.

Als wir zu einer Vorsorgeuntersuchung mal beim Kinderarzt waren, kamen wir zufällig auf das Thema Geschwister. Er selbst berichtete mir von seinen Kindern und den Geschwistern seiner Frau, die nach dem Tod der Eltern einen heftigen Erbschaftsstreit hatten. Die Basis ist immer die gleich: Eifersucht oder Neid. Verletzungen aus der Kindheit, die mit den Jahren wieder hochkommen und nie verarbeitet wurde.

Ich versicherte ihm, ich würde sehr darauf achten, dass beide Jungs gerecht behandelt würden, wir beide mit jeden Einzelnen Zeit zu zweit planen würden, damit keiner zu kurz kommt. Auch die Milch wird gleich aufgeteilt und die Kuchenstücke, um bei den Beispielen von Oben zu bleiben.

Aber das hilft alles nichts, denn die Erkenntnis unseres weiteren Gespräches war, dass nur wir Menscheneltern eine romantische Vorstellung von Geschwisterliebe haben.

Wenn man sich sein Säugetier, nehmen wir mal ein Schwein, (das uns gar nicht so unähnlich ist, sonst könnten wir sein Insulin nicht für Diabetiker verwenden), anguckt, dann geht es im Trog der Sau mit ihren Ferkeln auch nur um eines: wer kommt an die größte Zitze, da aus dieser die beste Muttermilch kommt. Das eine Ferkel liebt sein Geschwister auch nicht. Survival oft he fittest hat Charles Darwin das genannt. Im Tierreich geht es ums Überleben. An unserem Esstisch zum Glück nicht.

Vermutlich ist das Überlebensmuster aber so lange schon in unseren Genen verankert, dass wir es nicht ablegen können. Auch bei inniger Bruderliebe nicht.

Mit diesem Bild im Kopf, kann ich so manchen Zank viel besser ertragen. Hadere nicht mit dem „unbrüderlichem“ Verhalten.

Vielleicht nehmt Ihr aus dieser Erkenntnis auch etwas für Eurer Familienleben mit.

Alles Liebe,

Giulia

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