Digitale Kompetenz -medienkompetente Kinder

Umgang Kinder mit Medien

Ihr Lieben, es ist eine Weile her, seit ich auf der Denkst, einer Eltern-Bloggerkonferenz, den Vortrag vom Digitaltrainer Daniel Wolff hörte. Er hat mich extrem sensibilisiert und zum Nachdenken gebracht. Aber nicht nur ich, ALLE Blogger im Saal waren sprachlos! Und das, so sollte man meinen, bei digital erfahrenen Eltern. Die massiven und sehr realen Risiken für unsere Kinder, hatte ich bereits in diesem kurzen Video für Euch zusammengefasst. Eine der ersten Bloggerinnen, Jonna, die zufälliger Weise während der Vortrages direkt neben mir gesessen war, hat hier den Vortrag mit Zahlen, Daten Fakten sowie Ihre Gedanken darüber bereits zusammengefasst. Sie selbst hat Kinder im Smartphone Alter und so stellte sich mir die Frage, wie kann ich etwas früher schon damit beginnen, medienkompetente Kinder zu erziehen?

Warum überhaupt Medienkompetenz?

Mit war sofort klar, dass wir Eltern viel zu naiv mit dem Thema umgehen, sind wir doch selbst als Kinder noch überhaupt nicht mit dem Thema in Berührung gekommen. Auch wir Elterblogger nicht. Wie viele Eltern geben ihren Kindern ein Smartphone in die Hand im Glauben, es diene dazu, im Notfall die Eltern erreichen zu können! Wie naiv sind wir außerdem, nicht zu verstehen, dass die Alternative „dann bekommt mein Kind eben kein Handy!“ KEINE Alternative ist. In den „alten“ Medien hören wir alle, wie sehr Deutschland bei der medialen Erziehung hinterherhinkt. Die Welt von morgen ist digital und wenn unsere Kinder keinen umGang damit lernen, versagen wir ihnen den für Ihr späteres Leben wichtigen Zugang dazu. In Ländern, wo ganze Digitalklassen mit Tablets lernen, ist erwiesen, dass sie deutlich bessere Lernergebnisse erzielen.

Aber wie jetzt richtig?

Obwohl meine Kinder noch kein eigenes Smartphone haben, wisst Ihr ja bereits , dass  sie mit unserem Tablet meine eigene Naivität unter Beweis gestellt haben.

Heute möchte ich mich heute also darauf konzentrieren, Euch meine Überlegungen zur Lösung der Probleme aufzuzeigen.

Als bindungsorientierte Mama, der ein gesunder Umgang mit den Medien wichtig ist, steht schon einmal fest, dass ich meinen Kindern kein Smartphone in die Hand drücken werden, mit den Worte: so jetzt hast Du ein Telefon, damit ich dich im Notfall erreichen kann. Wie wir vom Digitaltrainer wissen, bringt es auch nichts, das Smartphone „nur“ mit einem Telefonzugang auszustatten, denn die Kids von heute treffen sich dann mit Freunden im nächsten Shopping Center oder einem Kaffee, denn dort gibt es gratis W-lan!

Wie können wir Eltern unseren Kindern einen gesunden Umgang mit der digitalen Welt ermöglichen?

Zunächst einmal ist es wichtig, unseren Kindern zu erklären, wie das NETZ überhaupt tickt. Alles hat mit Geld zu tun, weil alle Daten in irgendeiner Weise monatsarisiert werden. D.h. wir sollten unseren Kindern verdeutlichen, dass jedes mal (!) wenn sie auf das Handy gucken, jemand daran verdient. Meist sitzt das Unternehmen bzw. derjenige, der damit reich wird in den USA.

Dann ist es wichtig, ihnen zu erklären, dass es keinen Unterschied macht, ein Plakat am Marienplatz aufzuhängen, wo ihn jeder lesen kann, oder in den Social Media mit nur einem Klick vom Kinderzimmer aus zu veröffentlichen.

Ebenso ist es wichtig, den Kindern zu vermitteln, warum es zu Cybermobing und schlimmen Depressionen über den Internetzugang kommen kann: sich hinter der Anonymität verstecken zu können, minimiert die Hemmschwelle noch gemeiner und grausamer zu sein, statt wenn mir die betroffene Person gegenüber sitzt! Die Werte, die wir unseren Kindern vermitteln dürfen weder vor der eigenen Haustür, noch vor einem Smartphone oder Tablet Halt machen!

Das Wichtigste im Umgag mit Medien

Fundamental wichtig ist, dass die Kinder so in Kontakt mit uns Eltern sind, dass ohne zu überlege mit den schlimmen Dingen, die sie auf dem Screen (höchstwahrscheinlich) sehen werden (z.B. Gewalt, Pornos, Mobbing, etc.), zu uns kommen!

Das Schlimmste für betroffene Kinder ist, sich mit den Sorgen und Nöten alleine zu fühlen und sich nicht zu trauen, mit den Eltern darüber zu sprechen. Sie habe zu große Sorge, mit einem Smartphone Entzug bestraft zu werden, wo das Divice doch inzwischen untrennbar mit ihrem Leben verbunden ist. Kein Zugang zu den Schulfreunden mehr, der Aussenseiter sein;. Dieses Risiko provoziert kein Kind von sich aus. Dessen müssen wir uns Elter bewusst sein.

Wir müssen diese Verantwortung auch aktiv tragen, was bedeutet, dass wir es auch entsprechend vorleben. So berichte ich ganz offen, was alles auf meinem Bildschirm landet und welche Auswirkungen zu extreme Smartphone/Tablet Nutzungen haben können. Natürlich hat auch meine eigene Mediennutzung stark zu genommen, seit ich blogge. Mich gab es vorher digital gar nicht. Kein Insta, kein FB, etc. Das sehe ich inzwischen selbst sehr kritisch und werde mit guten Vorsätzen mein Verhalten ändern. Aber nicht erst im neuen Jahr, sondern sofort.

Erst diese Woche war ich beruflich bedingt auf einem Seminar zum Thema Sucht. Auch das ist wichtig, uns vor Augen zu führen. Der Kontakt mit den digitalen Medien, die allzeit zur Verfügung stehen, sind suchtgefährdend, wenn keine bestimmte Regeln gelten. So rät der Digitaltrainer, dass Handys im Kinderschlafzimmer nichts verloren haben. Jetzt mal ehrlich: wer hat sein eigenes am Nachttisch. Ok, vermutlich stumm geschaltet. (meines ist seit einiger Zeit NICHT mehr im Schlafzimmer und war auch früher schon immer im Flugmodus).

Diese Dinge müssen unter Kindern und Eltern VOR der Übergabe eines Smartphones besprochen und „vereinbart“ werden.

Eine Sache möchte in in dem Zusammenhang noch anfügen: WIR Eltern tragen die rechtliche Verantwortung für alles, was unsere Kinder mit dem Smatphone anstellen, bewusst, oder unbewusst. Vielleicht rüttelt das die letzten wach, die noch glauben, ach, was soll denn schon passieren. Der Handy-Vertrag läuft über UNS!

Technische Unterstützung

Abgesehen vom Sensibilisieren und einer aktiven Auseinandersetzung mit dem Thema, gibt es flankierend die Möglichkeit, sich technische Hilfe zu holen:

  1. Der Wlan Router wird so eingestellt, dass er nachts (für alle Hausbewohner) deaktiviert wird. Sagen wir mal von 22-7h. Dann müssen sich auch die Eltern daran halten und alle haben einen ruhigen Schlaf.
  2. Auf den Devices wird voreingestellt, dass die Suchmaschine kindgerecht ist. Frag-Finn oder Blinde-Kuh sind sehr gut dafür geeignet. Es gibt auch entsprechende Apps dazu.
  3. Sowohl in der letzten IOS Version, als auch für Android Geräte gibt es die Möglichkeit, Surfverhalten und Handynutzung vorzudefinieren (Familienfreigabe).
  4. Über Apps, wie z.B. Kidslox kann festgelegt werden, welche Seiten und wie lange besucht werden können.

Schule

Viele Lehrer und Direktoren sind auf das Thema Medienkompetenz genauso wenig vorbereite, wie wir Eltern. Kommt es zu Cybermobbing innerhalb einer Klasse, sind aber Eltern wie Schule involviert. Ich habe mitbekommen, dass es an Schulen bereits folgende, überlegenswerte „Regelung“ gibt. Es wird ein sog. „Schul-Cyber-Rat“ ernannt, bei dem sich betroffene Kinder, die sich nicht trauen, mit ihren Eltern zu sprechen, an dieses Team wenden können. Das Team besteht aus Klassensprechern, die sich auch an Vertrauens Lehrer bzw. die Schulleitung wenden können.

Wir Eltern

Ich komme zurück auf unsere Verantwortung als Eltern. Sie ist meiner Meinung nach Dreh- und Angelpunkt des Ganzen. Nicht nur, dass wir uns aktiv damit beschäftigen müssen, wir müssen unseren Kindern ein verlässlicher und vertrauensvoller Partner zu diesem Thema sein. Wir leben ihnen vor, dass man andere nicht online verletzt und welche Werte in der Gesellschaft wichtig sind. Wir müssen mit unserem eigenen Verhalten diese Werte vorleben und dürfen uns auch nicht vor unangenehmen Themen drücken. UND ein Smartphone/Tablet sollte KEINE Ersatz-Betreuung sein. Wie viele Kinder bekommen ein Gerät in die Hand gedrückt, damit die Eltern dann ihre Ruhe haben?

Lasst uns lieber gemeinsam mehr Zeit verbringen, auch in und mit den digitalen Medien. Ihre Hilfe kann so wertvoll sein, wenn z.B. ein Referat vorbereitet werden muss. Lasst uns mit unseren Kindern auch das gemeinsam üben, darüber sprechen und durchaus gegenseitig von einander lernen.

Die analoge Welt

Last but not least: wenn Kinder in der analogen Welt eigene Hobbys haben, wo sie mit andren interagieren, eine Gemeinschaft besteht, oder auch Zeit haben, ihre Interessen auszuleben, sind sicherlich weniger anfällig für online Süchte, wie Games oder Social Media Kommunikation. Die Zahl dieser Süchte hat in den vergangenen Jahren übrigens erheblich zugenommen. Auch bei Erwachsenen.

Gerade die Game Industrie (aber die anderen auch) sind logischer Weise so aufgebaut, dass man das nächste Level erreichen will (psychologisches Belohnungssystem). Wenn dann die vereinbarte Nutzungszeit aber kurz davor rum ist, müssen wir Eltern auch für die nachvollziehbare Frustration Verständnis aufbringen und für die Emotionen unsere Kinder da sein.

Hier noch wichtige Links zum Thema:

https://www.schau-hin.info

https://www.surfen-ohne-risiko.net

Wie immer hoffe ich, Dir zu diesem Thema einen hilfreichen Input gegeben zu haben. Solltest Du weitere Ideen haben, so teile diese doch in den Kommentaren mit.

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Ich freue mich auf Dich!

Alles Liebe,

Giulia

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